Aller Anfang ist schwer…

Wie kann es gelingen, neue potenzielle Spender zu finden und erfolgreich Spenden zu akquirieren? Das ist eine der zentralen Fragen, die Non-Profit-Organisationen umtreibt und die die Spreu vom Weizen trennt.

Ich will ihnen hier einen Einblick geben, wie ein Spendenbrief aufgebaut sein sollte und wie sie einen Einstieg ins Schreiben bekommen, damit der Brief gut wird!

Was wollen Sie erreichen?

Überlegen sie sich vorab ein Konzept, machen sie einen Plan, einen roten Faden. Dann wird der Text flüssig. Erzählen sie eine Geschichte, falls möglich.

Geben sie dem Leser die Möglichkeit, sich mit der Organisation oder dem beworbenen Projekt zu identifizieren und nennen sie Gründe, warum ihr Projekt es Wert ist, dafür zu spenden. Heben sie sich von den anderen Schreiben im Briefkasten ihres Spenders ab.

Die Betreffzeile

Wecken sie Neugierde und seien sie konkret. Die Betreffzeile des Spendenbriefs ist das Erste, was der Leser sieht. Sie entscheidet oftmals darüber, ob weitergelesen wird oder ob der Spendenbrief im Papierkorb landet.

Sie können auch mit einer Frage beginnen und so den Leser gleich mit einbeziehen.

Aufbau des Spendenbriefes

Denken sie an den Absender und ihr Logo, damit sie als Verein, Stiftung, NGO oder Organisation auf einen Blick erkannt werden. Gut ist es, wenn das Logo bereits auf dem Briefumschlag zu finden ist. Sprechen sie den Adressaten auf jeden Fall namentlich an. Denn das wertet ihren Brief auf. Beschreiben sie ihr Projekt so konkret und bildhaft wie möglich. Nennen sie gerne eine Spendensumme, die erreicht werden soll und bitten sie um Hilfe. Fordern sie den Leser auf!

Unterschreiben sie persönlich und am Ende ist ein p.s. ganz wirksam, um nochmals etwas sehr Wichtiges mitzuteilen.

Kurz, klar und einfach

Halten sie den Spendenbrief eher kürzer als zu lang. Als Faustformel gilt eine DIN A 4 Seite. Außer ihr Thema ist so komplex oder sie haben eine außergewöhnliche Idee der Darstellung, dass der Text einfach die zweite Seite benötigt. Dann sollten sie am Ende der ersten Seite einen gut sichtbaren Hinweis auf die Rückseite geben.

Vermeiden sie zudem jegliche Füllwörter. Streichen sie, was man streichen kann.

Weniger ist mehr.

Arbeiten sie mit bildhaften Vergleichen

Versuchen sie, den Text so anschaulich wie möglich zu schreiben. Wenn sie mit Bildern und Beispielen arbeiten, gelingt es, den Leser mitzunehmen und er kann sich etwas vorstellen. Hat einen besseren Bezug.

Je mehr sich der Leser identifizieren kann, desto besser. Greifbare Beispiele und konkrete Themen, für die jemand spenden soll, sind am besten.

Der Blickverlauf des Lesers

Wenn ein Spender einen Brief erhält, wägt er in 2 Sekunden ab, ob dieser lesenswert erscheint. Zwei! Sekunden! Das ist reichlich wenig, so dass ihr Spendenbrief gut aufgebaut sein und zum Lesen einladen sollte.

Auf ihrer DIN A 4 Seite sollten sie dann maximal 10 Haltepunkte haben, sonst ist der Brief überlastet und der Leser überfordert. Fügen sie am Ende ein p.s. an, in dem sie ein sehr wichtiges Argument bringen. Sollte der potenzielle Spender den Brief nicht lesen, haben sie die Chance, dass er zumindest das p.s. sieht und sich vielleicht um entscheidet.

Texter-Tipps

  • Formulieren sie positiv und holen sie in jedem Teil des Spendenbriefes die Zustimmung des Lesers ein.
  • Vermeiden sie zu viele „ichs“
  • Schaffen sie die Möglichkeit, dass sich der Leser identifiziert und beteiligt fühlt.
  • Seien sie konkret.
  • Formulieren sie kurz und aktiv
  • Lassen sie gerne Menschen zu Wort kommen.
  • Bleiben sie sachlich und drücken sie nicht auf die Tränendrüse.
  • Seien sie ehrlich in ihren Aussagen

Ich hoffe, ihnen hat der Text gefallen und hilft ihnen, einen erfolgreichen Spendenbrief zu schreiben. Mehr Texte rund um das Thema Fundraising finden sie auf meinem Blog und ein kleines Lexikon schreibe ich auch gerade.

Falls sie etwas Hilfe benötigen, kommen sie gerne auf mich zu. Es ist auch möglich, dass ich ihnen eine begonnen Brief zu Ende schreibe oder in ihrem Team mitarbeite.